Das alte Ägypten


Die Geschichte, dessen Armee & Kriegsführung

Geschichte des alten Ägyptens

Die Geschichte des alten Ägyptens ist ca. 3500 Jahre alt und reicht von der vordynastischen Zeit (ca. 4000 vor Christus) bis zum Jahr 395 n. Chr. (in die griechisch-römische Zeit hinein).

Dazwischen liegen sowohl die prä- und frühdynastische Zeit als auch das alte, mittlere und neue Reich, ebenso wie die Spätzeit. Zwischen den drei Reichen befinden sich noch drei Zwischenzeiten, nämlich die erste, zweite und dritte Zwischenzeit.

Die dynastische Zeit beginnt mit der Vereinigung von Unter- und Oberägypten. Damit entsteht unter König Narmer das erste vereinigte Königreich in der Geschichte des schwarzen Landes. In der ersten und zweiten Dynastie wird der Beamtenapparat entwickelt und die ersten festen schriftlichen Aufzeichnungen werden getätigt.

Im alten Reich werden die Verwaltungsorganisationen weiter ausgebaut und ermöglichen somit auch größere Bauten. Bald daraufhin entstehen die großen Pyramiden von Gizeh, darunter unter anderem die Cheops Pyramide (ca. 2633-2509 v.Chr.). In den folgenden Jahrhunderten kommt es zu wirtschaftlichen und finanziellen Problemen. Das Reich zerfällt in viele kleine Fürstentümer und die Bezahlung der Beamten reisst große Löcher in die Staatskassen. In der 11. Dynastie (ca. 2014-1976 v.Chr.) gelingt es dem Herrscher Mentuhotep Ägypten wieder zu vereinen und Kultur und Künste zu einem neuen Höhepunkt zu bringen. Aber auch diese Blütezeit geht wieder vorbei und in den folgenden zwei Dynastien regieren über 50 verschiedene Könige- doch ohne Erfolg. Im Folgenden wird das Reich von den Hyskos angegriffen und überrannt.

Das neue Reich (ca. 1550 – 1070 v. Chr.) bringt einige Veränderungen mit sich, denn König Ahmose schafft es erstmals die fremden Besetzer aus der Hauptstadt zu entfernen. Dennoch bleibt das Reich am Nil auch in den folgenden Jahrhunderten durch auswärtige Kräfte bedroht. Besonders die Libyer und die „Seevölker“ versuchen die Vormacht in der Region zu erreichen. Um ca. 1000 v. Chr. erreicht die Priesterschaft innerhalb des Landes die meiste Macht, vor allem unter dem Hohepriester des Amun in Theben. Im gleichen Zeitraum verliert Ägypten außenpolitisch an Macht, denn zu dieser Zeit gehen die Gebiete Byblos, Palästina und Assyrien an den Feind. Zur Spätzeit, also nur ungefähr 400 Jahre später, erlebt das Reich einen letzten Aufschwung.

Unter Pharao Psammetich I. blüht die Wirtschaft und Kultur noch einmal auf und die mittlerweile zu Besetzern mutierten Assyrer werden aus dem Land vertrieben. Der neue Feind in der folgenden Zeit sind die Perser, gegen die die Ägypter einige erbitterte Kämpfe zu fechten haben. Aber auch die Herrschaft der zunächst gewinnenden Perser ist nicht lang, denn kurz darauf erobert Alexander der Große die Stadt am Nil (ca. 342 – 332 v. Chr.). Daraufhin wird die weltberühmte Stadt Alexandria (in der später die große Bibliothek entsteht) gegründet. Die letzte Herrscherin eines autonomen Reichs am Nil wird Kleopatra, die zusammen mit Marcus Antonius gegen Rom verliert und damit Platz machen muss für die Herrschaft des römischen Reiches.

Geschichte des altägyptischen Militärwesens

Da Ägypten am Nil liegt und an das Mittelmeer grenzt, und Teil des Sinai- also einer Halbinsel- ist, fokussierte sich die Kriegsführung dieses Staates schon immer auf das Kämpfen in und auf Gewässern. Boote spielten dabei selbstverständlich eine tragende Rolle. Durch die amphibische militärische Kontrolle ihrer Gewässer (was auch durch die starken Winde begünstigt wurde) kam die Stadt am Nil viele Jahrhunderte aus, ohne nennenswerten Gefahren im eigenen Land ausgesetzt zu sein.

Alle direkt angrenzenden Reiche befanden sich zu dieser Zeit auf niedrigerem waffentechnischen Entwicklungsstand. Daher gab es auch für die Ägypter keinen Grund die Entwicklung dieser Technik voranzutreiben, folgerichtig stagnierte sie in dieser Zeit. Lediglich das gelegentliche Niederschlagen von Aufständen war ein nicht unerhebliches Problem. Auch die amphibische Technik wurde nicht großartig weiterentwickelt, so dass bloß kleine Handelsboote benutzt wurden, die auf offener See nicht navigieren, geschweige denn wirkungsvoll kämpfen konnten.

Die Hyksos fallen in das Land am Nil ein.

Erst in der zweiten Zwischenzeit (ca. 1794 – 1550 v. Chr.) wurde die Stadt direkt angegriffen. Bis dahin hatte Ägypten kein stehendes Heer gehabt. Nicht nur die fehlende stehende Armee an sich, auch die bis dahin völlig unbekannten Pferde und Streitwagen gehörten zu den neuartigen Waffen der Hyksos, die die Ägypter im ersten Moment völlig überforderten. Nachdem die Fremden aus dem Land vertrieben worden waren, lernte das Land der Pharaonen mit den Pferden, der Streitwagentechnik und dem Kompositbogen umzugehen(dies war ein großer Bogen, der aus diversen Materialien zusammengesetzt wurde, daher der Name Komposit).

Organisation der Streitkräfte

Im alten Reich kontrollierten noch die Gaufürsten die militärischen Kräfte. Hinzu kamen noch die (meist asiatischen) Söldner, welche vom Pharao selbst befehligt wurden. Dieser hatte zudem noch eine kleine stehende Truppe, welche als eine Art Gardetruppe diente. Die Kämpfer dieser Garde rekrutierten sich zum Teil aus den Truppen der Gaufürsten. Eine klare militärische Hierarchie war zu dieser Zeit noch nicht vorhanden. Im alten Reich wurde zudem erstmals die Wehrpflicht eingeführt.

Im neuen Reich wurden die Truppen dann in Brigaden, Regimentern, Divisionen und Kompanien unterteilt, so dass eine klarere militärische Organisation erkennbar war. Eine Division bestand zur Hochzeit aus 1900 ägyptischen Soldaten und 3100 (also insgesamt 5000) Söldnern, das heißt die Söldner waren gegenüber den einheimischen Kämpfern in klarer Überzahl im Heer des Pharaos. Insgesamt bestand die Armee in der Spätzeit aus über 400000 Mann.

Die Waffen der Armee

Im alten Reich dienten vor allem Äxte und Kolben, Krummschwerter, Speere, Steinschleudern und Bogen als Instrumente zum Kämpfen, wobei am häufigsten Steinkolben verwendet wurden. Als Schutz diente den Kriegern allein ihr Ovalschild aus Tierhaut, denn eine Rüstung oder einen Harnisch gab es nicht.

In der 5. – 17. Dynastie (ca. 1648-1550 v. Chr.) führte die Erfindung der Bronzemetallurgie zur Verbesserung dieser Kriegsinstrumente. Im neuen Reich unter Thutmosis I. kam es durch eine radikal expansionistisch ausgerichtete Außenpolitik nun auch zu masssiven Änderungen in den Waffengattungen und der allgemeinen Kriegsführung. Es wurden Truppengattungen eingeführt, die die Armee in "Infantrie", "Streitwagenabteilungen", "Elitetruppen" sowie "Söldner" unterteilte. Die Infanterie und die Streitwagenabteilungen waren dabei die Hauptkampftruppen der ägyptischen Armee.

Die einzelnen Truppen hatten wiederum eine unterschiedliche Bewaffnung, bestanden zum Beispiel also jeweils nur aus Bogenschützen, Keulen- oder Axtträgern. Die Streitwagen wurden stark verbessert und auch der Einsatz mit Pferden wurde intensiv trainiert. Die bevorzugten Nahkampfwaffen waren Messer, Dolche, Krummsäbel (darunter das Chepesch-Krummschwert, was auch als eine Art Messer bezeichnet werden kann) und Beile. Häufig hört man davon, dass die Krieger Damastmesser im Kampf verwendeten, was jedoch nach heutigem Wissenstand bis heute nicht nachgewiesen wurde. Als Fernwaffen kamen im Grunde die gleichen Waffen im Einsatz wie im alten Reich, also Speere, Pfeil und Bogen. Das Hauptkriegswerkzeug waren Schwerter und Streitkolben. Viele Jahrhunderte später lösten Lanzen diese als Hauptbewaffnung ab.